10.08.2009 Wie geht es weiter? - Ministerpräsident Seehofer bei Continental in Roding


Mit einer hohen Verschuldung und einem nicht enden wollenden Streit machen die beiden Autozulieferer Continental und Schaeffler derzeit negativ Schlagzeilen.  

Bei einem Besuch von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) im Continental-Werk in Roding hatten Mitarbeiter am Samstag Gelegenheit, ihre Sorgen zu schildern.

Auf Halbmast wehen die Fahnen im Continentalwerk in Roding noch nicht. Doch als Ministerpräsident Seehofer das Werk besichtigt, herrscht alles andere als eitel Sonnenschein. Nur bei der Begrüßung ist die Öffentlichkeit zugelassen. Dann bleiben die Conti-Manager und der Ministerpräsident unter sich.

Die Lage bei Continental ist angespannt - auch im Rodinger Werk. Neben fehlender Aufträge beherrscht vor allem eine Sorge das Werk: Die Befürchtung, dass Teilbereiche an andere Standorte verlagert werden und somit Arbeitsplätze verloren gehen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Continental in Regensburg. Dort wurde bei einer Wirtschaftsausschusssitzung im März mitgeteilt, dass am Standort Regensburg 600 Arbeitsplätze in Gefahr sind. Mitarbeiter könnten ihren Arbeitsplatz verlieren. Tätigkeiten könnten an andere Standorte verlagert werden.

Doch der Betriebsrat zeigt sich kämpferisch. Innerhalb kurzer Zeit hat der Betriebsrat in Regensburg über 3500 Unterschriften für den Erhalt der Arbeitsplätze und die Sicherung des Standorts gesammelt. Mit der Bitte, die Kanäle der Politik zu nutzen, überreichte Betriebsratvorsitzender Horst Fischl die Unterschriftenliste dem Ministerpräsidenten.

Ob und wie die bayerische Staatsregierung Continental helfen wird, das erfuhr die Öffentlichkeit beim Besuch Seehofers nicht. Man habe sich im kleinen Kreise ausgetauscht, hieß es. Weil die Situation zwischen Schaeffler und Continental derzeit nicht so einfach sei, wolle man Stillschweigen bewahren, so Seehofer.

Indes meldete die Nachrichtenagentur dpa heute, dass im Machtkampf zwischen Continental und Großaktionär Schaeffler ein Kompromiss in Reichweite liege. "Es könnte sein, dass wir bis Mittwoch eine Paketlösung hinbekommen", hieß es aus Aufsichtsratskreisen. Die Aufsichtsräte stimmten sich in Telefonkonferenzen regelmäßig ab. Auch die Banken und die Politik seien an den Verhandlungen beteiligt.

Aus dem Umfeld der Konzerne hieß es, der Konflikt werde sich am Montag oder Dienstag "in Wohlgefallen" auflösen. Am Mittwoch soll erneut der Conti- Aufsichtsrat zusammenkommen.

FW / FR / dpa

(Quelle: http://www.kanal8.de/default.aspx?ID=1780&showNews=494728 )

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