"Erika Mustermann vs. John Smith" - Wer kauft wann und wo in Internet-Shops? Ein Vergleich typisch deutscher und britischer Kaufverhalten im Internet
Zu welcher Zeit finden die meisten Transaktionen statt? Wie im gesamten E-Commerce tätigen auch im Online-Handel deutsche Käufer den Großteil ihrer Transaktionen während der Arbeitszeit zwischen 8 und 18 Uhr, nämlich 59,74%. Dieser Wert liegt noch höher als im gesamten E-Commerce (53,10%), zu denen neben dem Retail auch Services (Telekommunikation und Internet), Gambling (Glückspiele und Sportwetten) sowie Travel & Entertainment (Reisen und Unterhaltung) zählen. Bei britischen Konsumenten ist die Dominanz der Arbeitszeit mit 64,48% noch größer. Das war zu erwarten, da schon im gesamten E-Commerce ihr Spitzenwert ebenfalls in dieses Zeitfenster fiel, wie der Pago Report 2008 gezeigt hat.
Das Kaufverhalten der Deutschen in Internet-Shops unterscheidet sich also deutlich von dem britischer Konsumenten. Das zeigt der Vergleich des "typisch deutschen" mit dem "typisch britischen" Käufer: Erika Mustermann bestellt sich am liebsten an einem kalten Dezember-Montag während der Mittagspause zwischen 12 und 14 Uhr beispielsweise im Online-Shop eines deutschen Kaffeerösters ein paar Winterstiefel für knapp 70 Euro. John Smith aus Sheffield dagegen stöbert an einem regnerischen Dienstagnachmittag kurz vor Weihnachten zwischen 14 und 16 Uhr etwa auf der Website eines britischen Anbieters für Unterhaltungselektronik und entscheidet sich schließlich für einen MP3-Player zum Preis von umgerechnet rund 135 Euro.
Nach den Deutschen und Briten sind gemäß des Pago Retail-Reports 2008 in Europa die Niederländer mit 27,33% der übrigen Consumer-Länder am kaufaktivsten im Retail. Damit rangieren sie noch vor den Österreichern und Franzosen, die im gesamten E-Commerce europaweit hinter Deutschland und Großbritannien auf Platz drei landen. Wenig erstaunlich ist die gute Platzierung der Niederländer angesichts der infrastrukturellen Voraussetzungen im Nachbarland: 2007 mit der prozentual höchsten Internet-Nutzung in Europa (87,8% der Bevölkerung), der zweithöchsten Internet-Zugangsdichte (83%) sowie dem weltweit höchsten DSL-Anteil (32,8%).
Der Pago Retail-Report 2008 unterscheidet Käufer aus Deutschland, Großbritannien, dem übrigen Europa sowie aus den außereuropäischen Regionen. Vorgegeben durch das Lizenzgebiet der Deutschen Card Services, stammen die berücksichtigten Händler dagegen allesamt aus europäischen Staaten. Gerade auf europäischer Ebene kommt hier zum Tragen, dass der Pago Retail-Report 2008 erstmals neuere Zahlarten auswertet wie giropay und Maestro, die außerhalb Deutschlands schon auf beachtliche Werte kommen. Dabei fließen nur solche Online-Anbieter in die Erhebung ein, die Ware anbieten, also dem klassischen Versandhandel ähneln. Damit stellt der Pago Retail-Report 2008 eine Erweiterung des bereits erschienenen Pago Reports 2008 dar, der den gesamten E-Commerce berücksichtigt.
(Quelle: http://www.deutsche-card-services.com/unternehmen/presse/aktuelle-news.html)